Kirche Canum
Die Canumer Kirche ist eine evangelisch-reformierte Kirche im ostfriesischen Warftenort Canum, die in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts als spätromanische Saalkirche zentral auf der Warft errichtet wurde.
Sie entstand zwischen 1260 und 1270 als Backsteinbau mit drei quadratischen Gewölbejochen, deren mittleres reich verziert ist. Die Kirche besitzt eine gerade abschließende Ostwand mit drei Rundbogenfenstern und einem Giebel mit Fischgrätenmuster. Während der Reformationszeit wurden die ursprünglich kleineren romanische Fenster nach unten hin vergrößert. Auch heute noch kann man im Mauerwerk noch die beiden getrennten Eingänge für Frauen (Nordseite) und Männer (Südseite) erkennen. Im 18. Jahrhundert wurde eine Empore eingebaut, die im 20. Jahrhundert zusammen mit der Orgel an die Westwand verlegt wurde. Zum Ensemble gehören ein Friedhof und ein frei stehender Glockenturm aus der Bauzeit, der aus statischen grünen freistehend erbaut wurde.
Der Innenraum ist schlicht gestaltet: Die Rippen der Gewölbe sind ziegelrot gefasst und Reste alter Bemalung konnten erhalten werden. Die Ausstattung stammt überwiegend aus der Zeit nach der Reformation. Hervorzuheben sind ein Dreisitz mit Baldachin von 1584, eine der ältesten erhaltenen Renaissance-Kanzeln Ostfrieslands (um 1560) sowie eine hölzerne Schranke mit spätgotischem Faltwerk. Der Abendmahlstisch von 1584 ersetzt den früheren Hochaltar und steht auf glasierten Fliesen. Das Gestühl ist, ungewöhnlich für reformierte Kirchen, nach Osten ausgerichtet.
Die Orgel
Erst zu einem relativ späten Zeitpunkt seit dem Bau des Kirchgebäudes erhielt die Kirche 1855 seine erste Orgel von Brond de Grave Winter mit acht Registern auf einem Manual und angehängtem Pedal, welche jedoch nach dem Zweiten Weltkrieg abgängig war. 1964 baute Alfred Führer eine neue Orgel mit sechs Registern.
2010 begann Bartelt Immer mit dem Bau einer neuen Orgel, die sich an der verlorenen Holy-Orgel von Nesse (1709–1710) orientierte. Diese enthält zwei Manuale und Pedal sowie zunächst 15 Register. Die Gemeinde konnte einen historischen Prospekt von 1723 aus Wetter (Ruhr) mit einigen originalen Pfeifen erwerben, der in den Neubau integriert wurde. Fehlende Register wurden nach historischen Vorbildern rekonstruiert. In einem zweiten Bauabschnitt 2012/2013 wurde die Orgel um drei Register ergänzt und verfügt seither über 18 Register.
Die Orgel ist in Vallotti-Stimmung (a¹ = 440 Hz) eingerichtet, besitzt Manual- und Pedalkoppeln sowie Nebenregister wie Nachtigall und Tremulant.

Bildquelle: CC BY-SA 3.0 - Ulfert Dochhorn (Quelle)
Evangelisch-reformierte Kirche Canum
Canumer Kirchstr. 6a
26736 Krummhörn
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